Musik

Musik im Sinn des Instruments ist kein Schulfach im engeren Sinn, sondern ein Weg, den der Schüler freiwilliger geht. Gerade deshalb wird hier besonders gut sichtbar, wie bewusste Führung und unbewusste Ausführung zusammenfinden müssen.

Warum gerade Musik?

Hier kann man Interesse wecken. Den Weg selbst geht der Schüler dann meist zu Hause und mit einem selbstgewählten Lehrer. Damit ist Musik ein anderer Lernraum als Mathematik, aber kein schwächerer.

Gerade weil Körper, Rhythmus, Hören, Wiederholung und Ausdruck hier so eng zusammenkommen, wird das Verhältnis von Bewusstsein und Unbewusstem besonders sichtbar.

Wo Musterlernen weit trägt und doch nicht reicht

Am Klavier lernen wir Muster. Die Finger wissen bald schon, was über- und was untersetzen ist. Wir sehen eine Note, einen Akkord oder eine Folge auf dem Blatt und die Finger können vom Blatt spielen.

Doch kein Stück, sei es noch so leicht, werden wir je vollkommen spielen, ohne uns einmal über jede Note und über jeden Finger Gedanken gemacht zu haben.

Was Meisterschaft hier verlangt

Die Meister kennen jede Note zuerst bewusst und spielen irgendwann unbewusst. Später wird Können ausgelagert, damit Ausdruck und musikalischer Gedanke höher fliegen können.

Ähnlich wie in der Mathematik gibt es hier keinen Herrn und keinen Diener. Beide Seiten müssen fliegen lernen.

Trainer statt Material

Um ein Instrument zu lernen, gibt es vergleichsweise wenig Lehrmaterial, das das Konzept selbst trägt. Hier spannt der Lehrer den Rahmen.

In der Musik liegt das Konzept daher oft weniger im Material als im Trainer. Der Lehrer trägt es in sich und macht es im Unterricht wirksam.